Der Weg von Simon Kirchgasser ans Department IT der FH Salzburg war alles andere als geradlinig – und genau das macht ihn heute zu dem Lehrenden, der er ist.

Mathematik mit Haltung, Humor und Tiefgang
Am Ende seines Mathematikstudiums an der Universität Salzburg wurde ihm klar: In der reinen Mathematik sah er seine Zukunft nicht. Über seinen Bachelorarbeitsbetreuer Stefan Wegenkittl ergab sich schließlich eine neue Perspektive – und der Einstieg in den damals ersten Jahrgang des Applied Image and Signal Processing (AIS)-Masterstudiums an der FH Salzburg/Universität Salzburg im Jahr 2012. „Ich war eines von drei Versuchskaninchen“, erzählt er schmunzelnd.
Nach dem Master verblieb er noch einmal an der Universität – diesmal mit einem klareren Fokus: angewandte Informatik. In seinem Doktorat bei Andreas Uhl beschäftigte er sich mit biometrischen Verfahren wie Finger- und Gesichtserkennung – immer mit Blick auf Sicherheitsaspekte. Parallel dazu begann er bereits als externer Lehrender an der FH Salzburg zu unterrichten.
Heute ist Simon Kirchgasser fixer Bestandteil des Department IT. Seit 2022 unterrichtet er als interner Lehrender Mathematik, Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik – und hat darin seine Rolle gefunden:
„Das sind die Grundlagen – und genau das macht es für mich spannend.“
Mathematik verstehen – nicht auswendig lernen
Seine Leidenschaft für Mathematik entstand schon früh – ausgelöst durch einen Lehrer in der Oberstufe. „Alle haben ihn gehasst, ich habe ihn geliebt“, erinnert er sich. Dennoch war sein eigener Zugang zur Mathematik kein Selbstläufer: „Mathe muss man sich hart erarbeiten – das ist zu 90 % Arbeit und vielleicht 10 % Talent.“
Diese Haltung prägt auch seine Lehre. Für ihn geht es nicht darum, Formeln auswendig zu lernen, sondern Zusammenhänge zu verstehen.
Gerade in einer Zeit, in der sich Lerngewohnheiten verändern, sieht er eine zentrale Herausforderung darin, Studierende wieder zum echten Verstehen zu bringen.: „Zwischen den Zeilen lesen und versuchen zu verstehen – das macht Mathematik aus.“

Lehren mit Verständnis und einem Lächeln
In seinen Lehrveranstaltungen – vor allem im Bachelor – legt er großen Wert auf Zugänglichkeit und Motivation. „Mich zeichnet aus, dass ich mit Spaß vermittle“, sagt er. Gleichzeitig bringt er viel Verständnis für die Situation der Studierenden mit.
Ein typisches Muster beobachtet er dabei immer wieder: „In der Vorlesung haben die Studies das Gefühl, sie haben die Themen verstanden – zwei Stunden später ist nichts mehr da.“ Für ihn ein klares Zeichen, dass nachhaltiges Lernen mehr braucht als kurzfristiges Erfassen – nämlich echtes Durchdringen der Inhalte.
Rückkehr zur Forschung
Nach seinem Doktorat gönnte sich Simon Kirchgasser bewusst eine Pause von der Forschung – ein „Forschungs-Detox“, wie er es nennt. Seit einem Jahr ist er nun über das FTZ Cyber Security wieder aktiv und findet schrittweise zurück in diese Rolle. Als stellvertretender Projektleiter arbeitet er an der Schnittstelle zur Universität und bringt seine Erfahrung aus beiden Welten ein.

Ausgleich zwischen Zahlen und Klang
Abseits von Hörsaal und Forschung spielt Musik eine zentrale Rolle in seinem Leben. Er ist leidenschaftlicher Musiker, spielt Klarinette und Fagott und leitet als Dirigent gemeinsam mit einer Kollegin die Stadtmusikkapelle Radstadt. Gleichzeitig ist er Vater einer vierjährigen Tochter – ein wichtiger Gegenpol zum beruflichen Alltag.
Und was viele nicht erwarten würden: Seine musikalischen Vorlieben liegen in der Klassik – von Rachmaninow bis zu Howard Shore, dem Komponisten von „Der Herr der Ringe“.
Geduldig, mit einem Lächeln
Gefragt, wie ihn Kolleg*innen beschreiben würden, antwortet er knapp: „Geduldig – und immer mit einem Lächeln.“
Eine Kombination, die man in seinen Lehrveranstaltungen schnell wiedererkennt – besonders dann, wenn Mathematik plötzlich doch verständlich wird.